Karies

Karies: Ursachen, Symptome, Therapie

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Verfasst von Dr. med. dent. Luca Werner, Zahnarzt und zertifizierter Implantologe

Erfahren Sie hier, wie Karies entsteht, welche Symptome auf Karies hinweist und wie Sie Karies vorbeugen können.

ICD-10-Code für Zahnkaries: K02 | Artikel vom: 21.04.2020 | Letzte Überarbeitung: 27.05.2020

Eine Karies beschreibt eine Veränderung der Zahnhartsubstanz. Durch bestimmt Bakterien gebildete Säure werden Mineralien aus dem Zahn herausgelöst. Dadurch wird der Zahn „weich“ und es entsteht eine Karies. Die Vermehrung dieser Bakterien wird vor allem durch die Ernährung und Mundhygiene beeinflusst . Schreitet eine Karies weiter fort, kann sie bis zum Zahnnerv vordringen, was starke Schmerzen hervorrufen kann. Ohne jegliche Behandlung kann eine Karies den Zahn komplett zerstören.

Karies in 60 Sekunden – kurz zusammengefasst

Es gibt vor allem zwei Hauptfaktoren, die die Entstehung einer Karies fördern. Zum Einen spielt die Ernährung, insbesondere der Konsum von Zucker eine große Rolle. Zum Anderen ist die Mundhygiene ein entscheidender Faktor zum Entstehen einer Karies.

Eine mangende Mundhygiene sorgt dafür, dass sich spezielle Bakterien an den Zahn haften können. Durch eine zuckerreiche Ernährung fühlen sich diese Bakterien besonders wohl und vermehren sich. Durch die Verstoffwechselung von Glukoseketten (Zucker) entsteht eine Säure die den Zahn angreift. Eine Karies entsteht. Zunächst bleibt die Karies im Zahnschmelz begrenzt. Lässt man sie jedoch weiter voranschreiten durch mangelnde Mundhygiene, kann sie bis zum Nerv vordringen. Dabei entstehen starke Schmerzen, die eine Wurzelkanalbehandlung zur Folge haben können.

Durch eine gesunde Ernährung (im Groben: viel Gemüse, wenig Zucker) und eine gute Mundhygiene lässt sich das Risiko stark reduzieren eine Karies zu entwickeln.

Eine professionelle Zahnreinigung hilft Ihnen dabei. Ferner lassen sich durch regelmäßige Kontrollen Frühstadien von Karies erkennen und behandeln.

Ursachen der Karies

Es gibt viele Faktoren, die eine Entstehung von Karies beeinflussen.

Faktor Bakterien

Es gibt bestimmte Bakterien, die eine Entstehung von Karies begünstigen. Die Mundflora hat mehr als 700 Arten von Bakterien, von denen viele nicht an der Entstehung von Karies beteiligt sind. Einige jedoch verstoffwechseln vor allem Zucker zu Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Diese Säuren läsen Minerale aus dem Zahn heraus und der Zahn wird an dieser Stelle „weich“. Eine Karies entsteht.

Faktor Mundhygiene

Wer regelmäßig seine Zähne gründlich putzt sorgt dafür, dass sich keine Beläge zwischen den Zähnen befinden, die eine ideale Umgebung für Karies-verursachende Bakterien bieten. Aus diesem Grund ist eine gute und vor allem richtig angewendete Mundhygiene unerlässlich.

Eine regelmäßig durchgeführte professionelle Zahnreinigung hilft Ihnen nicht nur die Zähne sauber zu halten. Es wird Ihnen dort auch näher gebracht an welchen Stellen man wie besser putzen kann.

Faktor Süßigkeiten und zuckerhaltiges Essen

Zucker ist die ideale Nahrung für Bakterien die Karies verursachen. Nicht nur aus der Sicht der Mundgesundheit ist es ratsam seinen Zuckerkonsum zu reduzieren. Der übermäßige Konsum von Zucker zieht auch allgemein Erkrankungen wie Diabetes mellitus mit sich, was sich wiederum schlecht auf die Mundgesundheit auswirkten können.

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Expertentipp:
An apple a day keeps the doctor away! Gute Mundhygiene und gesunde Ernährung schützt vor Karies.

Symptome von Karies

Diagnose von Karies

Eine Karies kann der Zahnarzt/ärztin bei den Routine Untersuchungen schon im Frühstadium erkennen. Zum einen wird mithilfe von Licht und einer feinen Sonde der Zahn abgetastet, zum anderen wird geschaut ob es Stellen gibt an denen noch Plaque hängt und das Zahnfleisch blutet. Gibt es einen Verdacht auf eine Karies im Zahnzwischenraum werden kleine Röntgenbilder angefertigt, auf denen man sicher Diagnostizieren kann, ob eine Karies vorhanden ist.

Antworten auf Fragen wie: „ernähren Sie sich zuckerreich?“, „wie oft putzen Sie sich die Zähne?“, „benutzen Sie Zahnseide“ geben dem Zahnarzt weitere Informationen.

Der Vorteil der routinemäßigen kleinen Röntgen Bilder ist die genaue Diagnostik von Karies schon im Frühstadium. So kann entschieden werden, ob schon eine minimalinvasive Füllungstherapie indiziert ist oder ob man mit Fluoridierung und regelmäßiger Pflege noch ein stagniseren der Karies erreichen kann.

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Expertentipp:
Mal eine Plaque-Färbetablette kauen und dann Zähne putzen. So lässt sich gut erkennen, wie es um die eigen Putzleistung steht. Vor allem aber: Weniger Zucker essen, denn Zucker ist der Hauptgrund für Karies

Behandlung von Karies

Die Behandlung von Kaires hängt stark vom Stadium ab.

Stadien der Kariesantwicklung
© Zahnklinik ABC Bogen MVZ GmbH | zahnklinik-abc-bogen.de

Im frühen Anfangsstadium kann noch durch Fluoridierung und guter Mundhygiene eine Stagnation erreicht werden. Hat sich jedoch mehr Zahnhartsubstanz gelöst, muss eine minimalinvasive Füllungstherapie vorgenommen werden.

Dabei wird der Zahn und das umliegende Gewebe schonend betäubt. Im Anschluss wird unter Verwendung einer optischen Vergrößerung die kariöse Zahnhartsubstanz schonen entfernt. Ist die Karies entfernt, kann mit der Füllung und Wiederherstellung des Zahnes begonnen werden.

Im Frühstadium kann der Defekt am Zahn mit einem Hochleistungscomposite repariert werden. Composite sind eine Mischung aus Hochleistungskuntsstoffen und Keramic Partikeln. Diese werden mit dem Zahn verklebt. im Anschluss erfolgt eine Politur und das optimale Anpassen der Füllung an Ihr Gebiss.

Der Vorteil: Auch nach 20 Jahren können Compositefüllungen je nach Zustand noch minimalinvasiv repariert werden.

im fortgeschritteneren Stadium ist der Defekt so groß, dass eine Composite Füllung den Kaukräften auf Dauer nicht standhält. Der Defekt muss durch ein festeres Materal ersetzt werden: In der Regel Keramik.

Der Zahn kann entweder direkt mit einer Keramik-Teilkrone versorgt werden (Cerec) oder nach eine Vorbehandlung in einer zweiten Sitzung mit einer Krone oder Teilkrone versehen werden. Nicht selten ist bei einem fortgeschrittener Karies eine Wurzelkanalbehandlung notwendig, da die Karies schon bis in den Nerv vorgedrungen ist. Dann muss in den meisten Fällen die fehlende Zahnhartsubstanz mit einer Krone versorgt werden, auch um eine Zahnfraktur zu vermeiden.

Auch während und nach einer Kariestherapie ist die Mundhygiene und eine begleitende professionelle Zahnreinigung unerlässlich. Unser Team berät Sie gerne und gibt Empfehlung raus, wie oft eine professionelle Zahnreinigung bei Ihnen sinnvoll wäre.

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Expertentipp:
Das A und O bleibt eine regelmäßige, sorgfältige Mundhygiene: Wird sie vernachlässigt, erhält die Karies aufs Neue einen Nährboden. Insbesondere Milchzähne neigen zu wiederholten Kariesinfektionen.

Kariesprophylaxe

Ein paar Dinge, die man im Alltag beachtet, können das Risiko eine Karies zu entwickeln stark beeinflussen. Zum einen ist die regelmäßige und vor allem richtig durchgeführte Mundhygiene unerlässlich. Die Benutzung von Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten, sowie einer geeigneten Zahnbürste wird Ihnen gerne von unsere Prophylaxe Team erläutert. Zudem sollte die Ernährung gemüsereich und möglichst zuckerarm gestaltet sein. Ebenso kann ein Fluoridierung sinnvoll sein (Zahnpasten, Gele). Die sollten Sie mit Ihrem Zahnarzt/ärztin besprechen.

So lässt sich sagen, dass die Kombination aus guter Mundhygiene, gesunder Ernährung und regelmäßigen Zahnarztbesuchen das Risiko eine Karies zu entwickeln auf ein Minimum reduzieren.

Häufig gestellte Fragen

Nein. Eine sehr früh erkannte Karies im Anfangsstadium kann bei guter Mundhygiene auch zunächst beobachtet werden. Hinzu kommen Fluoridierungsmaßnahmen, die den Prozess einer Karies verlangsamen oder stoppen können.

Das ist eine schwer zu beantwortende Frage: Es gibt neben der Ernährung, Mundhygiene und Zahnarztbesuchen auch andere Facetten, die wir nicht beeinflussen können. So können auch die Art und Menge an Speichel, insuffiziente prothetische Versorgungen sowie anatomische Gegebenheiten ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Karies darstellen. Dazu empfiehlt sich ein Gespräch mit Ihrem Zahnarzt.

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