Inhaltsverzeichnis

  1. Ursachen
  2. Risiken
  3. Behandlung
  4. Hausmittel
  5. Prophylaxe

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Gelbe Zähne

Zahnverfärbung: Ursachen, Risiken, Hausmittel, Therapien

kathi

Verfasst von Kathi Friedrich, Zahnärztin

Erfahren Sie hier, wie eine gelbe Zähne entstehen, welche Risiken damit verbunden sind und wie Sie einer Zahnverfärbung vorbeugen können.

Artikel vom: 21.04.2020 | Letzte Überarbeitung: 27.05.2020

Nicht zuletzt durch das Internet und die darstellende Welt wie bei Facebook, Instagram & Co., strebt die Gesellschaft und die Welt nach Perfektion. Diese schlägt sich auch auf das Aussehen und insbesondere auf das Aussehen unserer Zähne aus. Diese scheinbare Welt erzeugt vielmals den Wunsch nach optisch perfekten und insbesondere weißeren Zähnen.

Oftmals kommen Patienten aber nicht nur wegen Verfärbungen in die Praxis, sondern es liegen auch medizinische Ursachen vor, die zu einem unnatürlichen oder unästhetischen Lächeln führen.

Die Gründe für gelbe Zähne können sehr unterschiedlich sein.

1. Intrinsische Zahnverfärbungen, haben oft eine oder mehrere natürliche Ursachen. Dazu gehören Veränderungen über den natürlichen Lebenszyklus eines Zahnes, beispielsweise während der Zahnentwicklung im Kindesalter, aber auch später. Kleine Risse, sogenannte Haarrisse im Zahnschmelz, abgestorbene Zähne, z.B. verursacht durch Stürze oder Unfälle führen dazu, dass sich das einstmalige helle Zahnweiß ungleichmäßig, stellenweise oder flächenweise ins gelbliche verfärbt. Dazu gehören auch Schmelzmissbildungen, die in unterschiedlicher Tiefe im Zahnschmelz zu unterschiedlichen Zahnfarben führen. Diese Veränderungen werden vom inneren des Zahnes hervorgerufen.

2. Extrinsische Zahnverfärbungen sind meist charakterisiert durch optische Veränderungen, verursacht durch Farbpartikel, Ablagerungen wie Kaffee, Tee, Zigaretten und andere Genussmittel, Medikamente und z.B. Mundspülungen wie Chlorhexamed und jodhaltige Spülungen.


Woher kommen gelbe Zähne? Was können die Ursachen dafür sein? Die häufigsten Ursachen für gelbe Zähne sind:

  • Veranlagung: Die Zahnfarbe verändert sich ganz natürlich über das Zahn- bzw. Menschenleben hinweg und unterscheidet sich unabhängig davon von Mensch zu Mensch.
  • Alterungsprozess der Zähne: Mit steigendem Alter wird der vor äußeren Einflüssen schützende Zahnschmelz dünner, weshalb das darunterliegende Zahnbein sichtbarer wird und für einen gelblichen Schein sorgt. Auch Zahnabrieb durch z.B. Knirschen der Zähne sorgt für den Abbau des Zahnschmelzes und damit dem homogenen hellen Bild der Zahnfarbe.
  • Alte Prothetik: Gealterte Kunststofffüllungen und alte Zahnkronen, aber unsaubere Füllungsränder können die Quellen für verfärbte Zähne darstellen.
  • Tragen von Schienen: Die Fehlende Durchspülbarkeit in der Nacht führen teilweise bei Schutzschienen zur Behandlung von Zähneknirschen, Schnarchen, und KFO Kieferorthopädischen Schienen sorgt über gewisse Zeiträume zu Verfärbungen am Zahnschmelz.
  • Zahnfehlstellungen: Prädelektionsstellen, umgangssprachlich für die Hygiene schwer zugängliche Bereiche wie Zahnzwischenräume, verdeckte oder gar überlappende Zähne führen dazu, dass Bakterien oder Farbstoffe begünstigt angelagert werden können. Diese führen zu Verfärbungen.
  • Tabakkonsum: Zigaretten und jegliche Form von Tabak verursachen im Körper zahlreiche Schäden. Zu den harmloseren gehört die Verfärbung der Zähne.
  • Rotwein, Kaffee, Tee: Wer viele dieser Genussmittel konsumiert, kann im Laufe der Zeit Zahnverfärbungen beobachten, da sich die enthaltenden Farbpartikel auf der Zahnoberfläche absetzen und teilweise in den Zahnschmelz eindringen können.
  • Unzureichende oder inkorrekte Mundhygiene: Bei nicht ausreichend häufigem Putzen der Zähne oder der Anwendung der falschen Putztechnik bei der mehrfach täglichen Zahnreinigung, entstehen Ablagerung wie Zahnbelag (Plaque) und Zahnstein. Dies führt neben anderen Risiken auch zur Verfärbung der Zähne.
  • Medikamenteneinnahme: Zahnverfärbungen können von bestimmten Medikamenten verursacht werden. Werden etwa im Zuge der Zahnentwicklung spezielle Antibiotika eingenommen, so hat das manchmal dauerhaft braun-gelbe Zähne zur Folge. Schwangeren Frauen und Kindern bis etwa acht Jahren sollen sie darum nicht verabreicht werden. Auch der Wirkstoff Tetracyclin kann eine Ursache für Verfärbungen sein, dieser geht unter Umständen mit Kalzium chemische Verbindungen ein, die dazu führen.
  • Mundspüllösungen: Die natürliche Farbe der Zähne oder demensprechende Farben von verwendeten Füllungen können verfärbt werden, wenn angewendete Mundspülungen den antibakteriellen Wirkstoff Chlorhexidin oder Jod enthalten.


Für die Zahnfarbe oder deren Veränderung bestehen viele Gefahren. Es beginnt mit dem was wir Essen und Trinken, also schon mit der Auswahl von Nahrungs- und Genussmittel, wie zum Beispiel regelmäßiges Trinken von „Cola“ mit:

  • Eigenbehandlung – zu stark zu putzen, zu oft zu putzen. Reaktionen nach Genuss von färbenden Säfte, wie z.B. von Beeren , Ketchup oder Rotwein – zu schnell im Anschluss und zu stark – Zahnschmelzabrieb – die Konsequenz kann bedeuten, dass die Zähne dann noch gelber werden, da der innere Kern der Zähne, der natürlich dunkler ist, die Verfärbungen weiter verschärft.
  • Falsche Putztechniken falsches Putzen, wie sogenanntes „Schrubben“.
  • Zu starke Schleifmittel in Zahncremes.
  • Ergebnis – zu starker Abrieb des Zahnschmelzes , Rückgang des Zahnfleisches und freiliegende Zahnhälse und gar Wurzelbereiche
  • Hier besteht eine weitere Gefahr von Folgeschädigungen. Diese entstehenden freiliegenden Bereiche, können weiter geschädigt werden. Die Reaktion von Patienten auf die natürlich wärmere Farbe des sonst nicht sichtbaren Zahnschmelzes ist, oft noch mehr oder gar falsches Putzen. Für diese speziellen Bereichen ist jedoch eine ganz andere Pflege notwendig.
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Expertentipp:
Bei unseren individuellen Gesprächen mit unseren Patienten hören wir gelegentlich von der Anwendung alter Hausmittel wie Backpulver, Salz oder Natron im Falle von verfärbten oder gar gelben Zähnen. Dem können wir nur abraten, denn das ist kontraproduktiv. Unsere klare Empfehlung an dieser Stelle ist, tun sie dies nicht und holen Sie sich professionelle Hilfe oder lassen Sie sich entsprechend beraten.


Die erste Möglichkeit verfärbten Zähnen zu begegnen ist die Grundreinigung in der Zahnklinik ABC Bogen. Diese professionelle Zahnreinigung wird in Verbindung mit einem Beratungsgespräch mit einem Zahnarzt empfohlen, denn aus dem erstellten Befund lässt sich ableiten, welche Notwendigkeiten und Möglichkeiten der Behandlung bestehen. Dies bestätigt auch die aktuelle Arbeit von Haas et al. 2018: Die beste Reinigungswirkung im Vergleich von AIRFLOW, klassischer Politur mit Gummipolierer und Polierpaste, Ultraschall und Handinstrumenten sowie die Kombinationen dieser Vorgehensweisen wird allein durch die Anwendung von AIRFLOW mit Erythritolpulver erreicht 1.

Wenn die professionelle Zahnreinigung nicht ausreicht und das gewünschte Ergebnis nicht „hell genug“ aussieht, kann man im nächsten Schritt ein sogenanntes Bleaching durchführen. Dieses Bleaching kann direkt in der Klinik nach einer Grundreinigung durchgeführt werden. Alternativ kann ein Bleaching als „Homebleaching“ auch zu Hause erfolgen. Dazu ist eine individuelle Kunststoffschiene anzufertigen, die dann in Eigenbehandlung mit einem Bleachgel gefüllt wird und so die Zähne aufhellen kann.

Einzelne Zähne reagieren nicht auf das normale Bleaching. Sie können z.B. wurzeltot sein und benötigen daher eine besondere Methode für die Zahnaufhellung. Das sogenannte Interne Bleaching ist die Methode zur Zahnaufhellung von wurzelbehandelten Zähnen.

Ein weiteres Augenmerkt sollte auf eventuell verfärbten Zahnersatz oder Füllungen gelegt werden. Diese müssten unter Umständen erneuert werden. Diese Maßnahmen können im Zusammenhang mit dem Bleaching vorgenommen werden, können aber alternativ auch schon die einzig notwendigen Veränderungen sein, die zur gewünschten Aufhellung führt.

Sollten all die oben genannten Maßnahmen nicht ausreichend sein, oder zum vom Patienten gewünschten Ergebnis führen, so können hauchdünne Keramikschalen – sog. Veneers – auf den Zahn aufgebracht werden. Diese sind in der Lage im Interesse der Patienten nicht nur verfärbte oder gelbe Zähne, sondern auch kleine Korrekturen in der Form und Stellung der Zähne korrigieren.

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Expertentipp:
Zähne, die nicht ideal stehen, können nicht ideal gepflegt werden. Das können zu eng oder schräg stehende, vielleicht sogar überlappende Zähne sein. In bestimmten Fällen kann die Kieferorthopädische Behandlung effektiver zu helleren und gesunden Zähnen führen. Denn erste damit ist eine perfekte Reinigung und Pflege der Zähne möglich.


In erster Linie sorgt die zweimal tägliche richtige Zahnpflege mittels modifizierter Bast-Technik dafür, Verfärbungen vorzubeugen. Dabei sind kreisende Bewegungen vom Zahnfleisch zum Zahn (von rot nach weiß) beim Zähneputzen anzuwenden. Zu empfehlen sind die Verwendung von kleinen Bürstenköpfen von maximal 25 mm Größe, die höchsten acht Wochen angewendet werden sollten. Vor dem Zähneputzen sollte man Zahnseide anwenden, so kann die Zahncreme auch optimal in den Zahnzwischenräumen wirken, die einen großen Anteil der Flächen des Zahnschmelzes darstellen. Beim Zähneputzen sollte darauf geachtet werden, dass der Druck nicht zu hoch ist, um das Zahnfleisch und den Zahnschmelz nicht zu verletzten.

Diese ideale eigene Zahnpflege ist in Verbindung mit einer regelmäßigen professionelle Zahnreinigung eine hervorragende Prävention von gelben Zähnen.

Wenn gelbe Zähne verhindert werden sollen, empfiehlt es sich außerdem, auf Zigaretten sowie Kaffee, Tee und Rotwein zu verzichten oder diese Genussmittel nur eingeschränkt zu konsumieren, da sie hauptsächlich für Verfärbungen verantwortlich sind. Falls Sie nicht vollständig auf den Genuss verzichten wollen empfiehlt es sich, nicht unmittelbar, sondern frühestens 30 Minuten danach die Zähne zu reinigen, um sich die weiße Schutzschicht der Zähne zu erhalten.

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Expertentipp:
Wenn Sie selbst Ihre Zähne aufhellen wollen, achten Sie bitte bei der Wahl der Zahncremes für die tägliche Zahnreinigung auf die Größe der Putzkörper. Empfindliche Zähne sind eher mit kleineren Putzkörpern zu reinigen.

Zahncremes mit Weißmachern sollten nicht täglich angewendet werden. Lassen Sie sich vor der Anwendung solcher Zahncremes von Ihrem Zahnarzt beraten. Er wird Ihnen ein Produkt mit Inhaltsstoffen empfehlen, die den Zahnschmelz nicht aufrauen und abreiben.


Eine Maßnahme der Prävention ist die Anregung von Speicheldurchfluss. Dies ist möglich, wenn sie viel oder zumindest ausreichend trinken. Dadurch vermeiden Sie Mundtrockenheit. Zusätzlich können Sie ihre Zähne mit Vitamin-A-reichem Speiseöl „ziehen“ (Achtung wieder ausspucken). Sie sollten darauf achten, eher neutrales, nicht zu saures, geschärftes oder süßes Essen zu Genießen. Sie können gern zuckerfreien Kaugummi kauen, auch das regt den Speichelfluss an.

Bitte prüfen Sie die Verwendung Ihrer verabreichten Medikamente und Arzneimittel. Manche Wirkstoffe lassen sich problemlos bei gleicher Wirkung austauschen und führen damit nicht zu verfärbten Zähnen.

Quellen

Zahnklinik ABC Bogen

ABC Straße 19 – 20354 Hamburg
040 / 350 04 11

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag:8 -18 Uhr
Freitag:8 -15 Uhr

Sowie nach Vereinbarung

Dokumente

Hier können Sie hilfreiche PDF-Dokumente herunterladen, ausfüllen und zu Ihrem ersten Gespräch bei uns mitbringen:

 

  1. Haas M, Koller M, Arefnia B: Rauheit und Substanzverlust von Zahnoberflächen nach Biofilmentfernung mit unterschiedlichen Bearbeitungsverfahren. dental journal 2018; 04: 62- 68^