Dr. Timo Adam, Spezialist für die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Kausystems, beantwortet Ihre Fragen:
Was sind Ursachen für nächtliches Zähneknirschen?
Häufig ist nächtliches Zähneknirschen stressbedingt. Ursachen für diese nächtlichen Hyperaktivitäten können zum Beispiel ein Fehlbiss, schlecht angepasster Zahnersatz, oder eine Fehlfunktion der Kiefergelenke sein. Das Knirschen oder Pressen der Zähne kann auch ein Zeichen für die Bemühungen des Körpers, nachts Überbelastungen zu verarbeiten.
Muss gegen Zähneknirschen unbedingt etwas getan werden?
Wenn Sie von Zähneknirschen oder -pressen betroffen sind, raten wir Ihnen in jedem Fall, etwas dagegen zu tun. Denn durch diese Angewohnheit können die Zähne nicht nur stark abgenutzt sondern sogar zerstört werden. Um die Zähne vor dem Druck zu schützen, können wir Ihnen so genannte Knirscherschienen anpassen. Sie setzen sie vor dem Zubettgehen ein.
Vorher ist es wichtig, der Ursache auf den Grund zu gehen. In unserer Praxis untersuchen wir Sie sorgfältig und entwickeln gegebenenfalls zusammen mit Spezialisten anderer Fachgebiete eine individuelle Therapie. Falls Füllungen oder Zahnersatz für das Zähneknirschen verantwortlich sind, korrigieren wir sie oder tauschen sie aus. Ist Zähneknirschen jedoch allein stressbedingt können Stressmanagement und Entspannungsübungen helfen.
Woher kommen Kiefergelenkbeschwerden?
Hinter Kiefergelenkbeschwerden können unterschiedliche Krankheitsbilder stecken. Möglich sind so genannte primäre oder sekundäre Erkrankungen. Primäre Erkrankungen gehen direkt vom Kiefergelenk aus. Möglich sind unter anderem eine Arthritis (entzündliche Erkrankung der Gelenke), eine Arthrose (nicht-entzündliche Gelenkerkrankung durch Abnutzung) oder Verletzungen (durch Unfälle).
Sekundäre Erkrankungen sind durch Funktionsstörungen der Kiefer, die unter dem Begriff der cranio-mandibulären Dysfunktion, kurz CMD, zusammengefasst werden, verursacht. Ursache für die CMD kann eine Fehlstellung der Kiefer sein. Sie kann durch einen Fehlbiss entstehen. Der Fehlbiß wiederum kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. Die genauen Hintergründe der Erkrankung können wir in einem persönlichen Gespräch ermitteln und durch eine gründliche Funktionsanalyse abklären.
Woran erkennt man eine CMD?
Die Symptome einer CMD sind vielfältig. Viele Menschen haben Schmerzen in den Kiefergelenken oder Probleme, den Mund weit zu öffnen. Eine Fehlfunktion der Kiefer kann sich aber auch anders äußern, zum Beispiel durch wiederkehrende Kopf-, Schulter-, Rücken- oder Nackenschmerzen. Ohrgeräusche, Schwindel, Augenflimmern und Gleichgewichtsstörungen können ebenfalls auf eine CMD hindeuten. Mit einer Funktionsanalyse können wir klären, ob solche oder ähnliche Beschwerden auf eine Kieferfehlfunktion zurückgehen.
Wie kann eine CMD verhindert werden?
Da die CMD ein ganzes Bündel an Ursachen kennt, sind die vorbeugenden Maßnahmen umfangreich. Insbesondere achten wir bei allen zahnärztlichen und kieferorthopädischen Behandlungen darauf, dass sie Ihren korrekten Biss nicht beeinträchtigen. Dies gilt ebenso für die Behandlung von Unfallverletzungen im Kieferbereich.
Viele Menschen neigen bei lange andauernden Stressphasen zu Verspannungen, die die Kiefermuskulatur beeinträchtigen können. Wenn Sie davon betroffen sind, empfehlen wir Ihnen zur Vorbeugung einer CMD Entspannungsverfahren, regelmäßige Massagen und Stressmanagement. Wir werden dabei von speziell trainierten Physiotherapeuten unterstützt.
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