Zähneknirschen und Bruxismus

CMD Craniomandibuläre Dysfunktion

Hätten Sie es gewusst? Der Unterkiefer (Mandibula) ist der einzige Knochen, der sich sowohl nach oben und unten, vor und zurück, dazu nach links und rechts rotierend bewegen lässt. Aufgehängt am Schädel (Cranium) an gleich vier starken Muskelpaaren zermalmen wir so jedes Essen – mit bis zu 400 Kilo Kaudruck.

Ober- und Unterkiefer sollten eigentlich nur beim Kauen und Schlucken direkt Kontakt über die Zahnreihen haben. Pro Tag also weniger als einer Stunde. In der übrigen Zeit sollte der Mund sich in einer Schwebelage befinden, in der sich Muskulatur und Kiefergelenk erholen können.

Leider wird die Regeneration stressbedingt immer öfter gestört. Vor allem nächtliches Zähneknirschen und Pressen (Bruxismus) dient der Seele als Ventil, führt aber zu einer Überlastung des Kausystems, also der Muskeln, Bänder und Gelenke. Auslöser können auch Zahnfehlstellungen, und fehlerhafter Zahnersatz sein, oder eine schädliche Kopfhaltung am Computer.

Die CMD Symptome können vielfältig sein. Durch die Beziehungen zwischen Kaumuskulatur, dem sogenannten Kopfhalteapparat und der Rückenmuskulatur reichen die Folgen der Überlastung von Knackgeräuschen beim Essen und Sprechen, Kiefergelenkschmerzen, Nacken- und Rückenschmerzen, Ohrgeräuschen, Schwindel und Migräne, bis hin zu unerklärlichen Kniebeschwerden.

Unser spezielles Diagnostik- und Behandlungskonzept hilft bei Schmerzen und verhindert Zahnschäden.

Funktionsanalyse

Schlechter Zahnersatz kann weitreichende Folgen haben

Knirschen Sie nachts mit den Zähnen? Pressen Sie nachts die Zähne aufeinander (Bruxismus)? Haben Sie Zahnschmerzen beim Aufwachen?

Dann leiden Sie eventuell auch an der neuen Volkskrankheit CMD – so die Abkürzung der „cranio-mandibulären Dysfunktion“. Fast jeder Zehnte ist von der Störung des Zusammenspiels von Schädel, Kiefergelenk und Unterkiefer betroffen.

Achtung: Erste Hinweise sind das Gefühl, dass die Zähne beim Zusammenbeißen nicht passen, Schmerzen im Kiefergelenk, Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, aber auch besonders hartnäckige, schmerzhaften Verspannungen. Begleitende Knackgeräusche sind ein Hinweis auf eine bereits eingetretene, krankhafte Veränderung im Gelenk.

Häufigste Ursachen: Stress und unzureichender Zahnersatz

Schliffspuren auf den Zähnen sind erste Warnhinweise. Der Funktionscheck dient unserem Spezialisten Dr. Timo Adam selbst versteckte Probleme zu erfassen. Die exakte Diagnose stellen wir per computergestützter Funktionsanalyse, die verschiedene Kaubewegungen millimetergenau auswertet.

Anhand der gewonnenen Daten stellen wir dann individuell für Sie zunächst eine Aufbissschiene und dann den wirkungsvollsten Therapiemix zusammen.

Knirscherschiene

Entlastung bringt Entspannung

Normalerweise passen die Zähne von Ober- und Unterkiefer ganz exakt ineinander. Durch Zahnverlust und Zahnersatz kann es zur Störung beim so genannten „Reihenschluss“ kommen. Manchmal können schon kleine Korrekturen am Zahnersatz die Probleme lindern.

Oft müssen aber auch Kronen ersetzt oder Zahnfehlstellungen kieferorthopädisch korrigiert werden.

Die weiterführende Therapie erfolgt zunächst mit einer sogenannten „Aufbissschiene“, ein herausnehmbarer weicher oder harter Kunststoffüberzug auf den Zähnen. Diese Entlastungsschienen werden in unserem Labor mittels der computergenerierten Daten individuell angefertigt.

Durch das nächtliche Tragen einer Entlastungsschiene kommt es dann zur Entspannung der Kau- und der Gesichtsmuskulatur. Anfangs kann die Entspannung durch gezielte Physiotherapie unterstützt werden.

Physiotherapie

Aufbissschiene, Physiotherapie und Behandlung der Ursachen

Zusätzlich zur Entlastungsschiene und Neupositionierung der Zähne sind unterstützende Physiotherapie und Entspannungsübungen sehr hilfreich.

Unsere Mitarbeiter können Ihnen zeigen wie Ihnen eine gradlinige Mundöffnung gelingt und wie Sie mit Selbstmassagen der verspannten Kaumuskulatur helfen und den Bewegungsapparat lockern und aktivieren.

Bei hartnäckigen, weitergehenden Beschwerden unterstützten Physiotherapeuten Ihre Therapie. Im Akutfall haben unsere Fachärzte geeignete Mittel um Ihre Beschwerden zu lindern.

Tipps:

✓ Vermeiden Sie vor allem das stressbedingte Zusammenbeißen der Zähne (Bruxismus) – z.B. bei konzentrierter Arbeit. Entspannung lockert die Kaumuskeln.

✓ Achten Sie auch auf Ihre Schlafhaltung. Nächtliche Seiten- oder Bauchlage kann durch einseitigen Druck unsere Kiefergelenke belasten. Am günstigsten für die Kaumuskulatur und die Kiefergelenke ist die Rückenlage mit nicht zu hohem Kissen.

✓ Yoga oder Autogenes Training sorgen für eine allgemeine Ausgeglichenheit und Entspannung – so für einen ruhigen, erholsamen Schlaf ohne nächtliche Stressbewältigung.

Schnarch-Schiene

Schnarchen und nächtliche Atemnot

Nächtliches Schnarchen ist nicht nur für Ihren Partner ein lästiges Problem. Es kann auch Ausdruck einer Erkrankung sein. Lautes und häufiges Schnarchen, dass mit nächtlichen Atemstillständen einher geht, wird als obstruktives Schlafapnoe Syndrom kurz OSAS bezeichnet, und kann für Sie ernstzunehmende Folgen haben: Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen, psychosoziale Belastung und sexuelle Funktionsstörung.

Etwa 20% der Bevölkerung schnarcht regelmäßig, rund 45% gelegentlich. Besonders bei Männern nimmt die Häufigkeit des Schnarchens mit dem Alter zu: 60% der über 60 Jährigen schnarcht, bei den Frauen dieses Alters sind es rund 40%.
Wenn durch die Veränderung der Schlafposition, eine Gewichtsreduktion und das Meiden von Alkohol keine Besserung eintritt, sollte bei lautem und heftigem Schnarchen unbedingt ein Facharzt zu Rate gezogen werden. In vielen Fällen muss vor der weiteren Behandlung eine Untersuchung in einem Schlaflabor erfolgen.

Ihr Schnarchen, sowie das bereits erwähnte OSAS, können wir in vielen Fällen erfolgreich durch unsere Unterkiefervorschubschiene behandeln.

Nach vorausgehender Diagnostik wird diese „Schnarchschiene“ in unserem Labor mittels der computergenerierten Daten individuell angefertigt. Die Schiene besteht aus weichem und hartem Kunststoff und hat einen hohen Tragekomfort.

Häufige Fragen & Antworten

Dr. Adam: Wirksame Schienentherapie

Was sind Ursachen für nächtliches Zähneknirschen und Pressen (Bruxismus)?

Zähneknirschen nachts ist häufig stressbedingt. Ursachen für diese nächtlichen Hyperaktivitäten können zum Beispiel ein Fehlbiss, schlecht angepasster Zahnersatz, oder eine Fehlfunktion der Kiefergelenke sein. Das Zähneknirschen im Schlaf oder das Pressen der Zähne (Bruxismus) kann auch ein Zeichen für die Bemühungen des Körpers, nachts Überbelastungen des Alltags zu verarbeiten.

Muss gegen Zähneknirschen unbedingt etwas getan werden?

Wenn Sie von Zähneknirschen oder -pressen betroffen sind, raten wir Ihnen in jedem Fall, etwas dagegen zu tun. Denn durch diese Angewohnheit können die Zähne nicht nur stark abgenutzt sondern sogar gesunde Zähne zerstört werden. Um die Zähne vor dem Druck zu schützen, können wir Ihnen so genannte Knirscherschienen anpassen. Sie setzen sie vor dem Zubettgehen ein.

Vorher ist es wichtig, der Ursache auf den Grund zu gehen. In unserer Praxis untersuchen wir Sie sorgfältig und entwickeln gegebenenfalls zusammen mit Spezialisten anderer Fachgebiete eine individuelle Therapie. Falls Füllungen oder Zahnersatz für das Zähneknirschen verantwortlich sind, korrigieren wir sie oder tauschen sie aus. Ist Zähneknirschen jedoch allein stressbedingt können Stressmanagement und Entspannungsübungen helfen.

Woher kommen Kiefergelenkschmerzen?

Hinter Kiefergelenkbeschwerden können unterschiedliche Krankheitsbilder stecken. Möglich sind so genannte primäre oder sekundäre Erkrankungen. Primäre Erkrankungen gehen direkt vom Kiefergelenk aus. Möglich sind unter anderem eine Arthritis (entzündliche Erkrankung der Gelenke), eine Arthrose (nicht-entzündliche Gelenkerkrankung durch Abnutzung) oder Verletzungen (durch Unfälle).

Sekundäre Erkrankungen sind durch Funktionsstörungen der Kiefer, die unter dem Begriff der cranio-mandibulären Dysfunktion, kurz CMD, zusammengefasst werden, verursacht. Ursache für die CMD kann eine Fehlstellung der Kiefer sein. Sie kann durch einen Fehlbiss – also ein falscher Biss – entstehen. Der Fehlbiß wiederum kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. Die genauen Hintergründe der Erkrankung können wir in einem persönlichen Gespräch ermitteln und durch eine gründliche Funktionsanalyse abklären.

Woran erkennt man eine CMD?

Die Symptome einer CMD sind vielfältig. Viele Menschen haben Schmerzen im Kiefergelenk oder Probleme, den Mund weit zu öffnen. Eine Fehlfunktion der Kiefer kann sich aber auch anders äußern, zum Beispiel durch wiederkehrende Kopf-, Schulter-, Rücken- oder Nackenschmerzen. Ohrgeräusche, Schwindel, Augenflimmern und Gleichgewichtsstörungen können ebenfalls auf eine CMD hindeuten. Mit einer Funktionsanalyse können wir klären, ob solche oder ähnliche Beschwerden auf eine Kieferfehlfunktion zurückgehen.

Wie kann eine CMD verhindert werden?

Da die CMD ein ganzes Bündel an Ursachen kennt, sind die vorbeugenden Maßnahmen umfangreich. Insbesondere achten wir bei allen zahnärztlichen und kieferorthopädischen Behandlungen darauf, dass sie Ihren korrekten Biss nicht beeinträchtigen. Dies gilt ebenso für die Behandlung von Unfallverletzungen im Kieferbereich.

Viele Menschen neigen bei lange andauernden Stressphasen zu Verspannungen, die die Kiefermuskulatur beeinträchtigen können. Wenn Sie davon betroffen sind, empfehlen wir Ihnen zur Vorbeugung einer CMD Entspannungsverfahren, regelmäßige Massagen und Stressmanagement. Wir werden dabei von speziell trainierten Physiotherapeuten unterstützt.